Das waren die THEATERTAGE 2018

Vor einer Woche gingen die Heidelberger Theatertage mit der Preisverleihung des 21. Heidelberger Theaterpreises zu Ende. Zeit das diesjährige Festival Revue passieren zu lassen.

Feierlich eröffnet wurden die Theatertage am 24.10. von Korff / Ludewig. Mit Bastian _DSC3253Korff stand ein guter Freund unseres Festivals auf der Bühne. Der Sänger, Schauspieler und Radiomoderator gastierte mit seiner freien Theaterproduktion „Charlotte von Mahlsdorf – Ich mach ja doch, was ich will“ bereits bei uns im TiKK und lernte das Festival als Juror in den vergangenen  Jahren gut kennen. Somit war das Wiedersehen für alle eine große Freude.
Ein guter Auftakt!

In das Wettbewerbsprogramm starteten wir mit dem RED DOG THEATER aus Berlin. Ihre Stückentwicklung „Esel sucht Schwein“ nahm uns mit zu Marie und ihrer akribischen Suche nach dem perfekten Leben. Karriere, Haus, Liebe, Selbstverwirklichung, alles Themen, die uns alltäglich im Vergleich mit anderen und im medialen Umfeld fast schon verfolgen. Wir lachen mit Marie und ihren abenteuerlichen Datingerfahrung und wir sind nahe bei ihr,_DSC3411 wenn wir ihr Scheitern sehen oder sie bei ihrer Angst vor genau diesem beobachten müssen. Dabei entwickelt das Stück neben seinem großen Unterhaltungscharakter eben auch die nötige Tiefe, um den Themenkomplex der Gestaltung des eigenen Lebens, zwischen Traum und Realität, zu behandeln. Spannend war der Einsatz der verschiedenen Formen über Körpertheater, Objekttheater, Schauspiel, Puppentheater und Livemusik, die die Inszenierung über die Absurditäten der modernen Lebensführung zu einer äußerst sehenswerten machten.

Das Künstlerinnenkollektiv CAPTAIN KITCHEN INC. aus Dreseden war mit der Stückentwicklung ENTER2ESC für den Heidelberger Theaterpreis nominiert, welche im Rahmen des Kulturjahres Sucht in der Landeshauptstadt Sachsens entstanden war. Das Kollektiv, bestehend aus einer Schauspielerin, einer Tänzerin, einer Mus27.10._TiKK_TT18_Ent2Esc2_INikerin und einer Graphikdesignerin, begleitet von einer Produktionleiterin (und einem Hund), befasst sich in ihrer Arbeit mit den Stadien des Crystal-Meth-Entzugs. Inszeniert wird der Kampf gegen die Sucht hierbei in Anlehnung an Computer-Rollenspiele. Nicht nur die dadurch verwirklichte Ästhetik in Kostüm, Bühnenbild, Projektionen, Musik und Sprachsequenzen konnte überzeugen. Der Einblick in die Gedankenwelt, die Gefühle, die Geschichte und Beweggründe, sowie die Auswirkungen auf das Umfeld werden eindringlich erzählt. Eine, wie ich finde, äußerst gelungene Arbeit die dem komplexen Thema gerecht wird.

Die Waggonhalle Marburg präsentierte ihre Produktion „BLACKBIRD“, von David Harrower. Im Stück erlebt der Zuschauer die Wiederbegegnung von Ray und Una, sechzehn Jahre na_DSC3520chdem der damals 38-Jährige Ray wegen Verführung der damals zwolfjährigen Una festgenommen wurde. Opfer und Täter treffen unmittelbar aufeinander. Ein provokantes Stück, das kein klares Rollenschema aufzeigt und die Zuschauerperspektive aus Moral und Unmoral verschwimmen lässt. Noch nie hatte es bei den Heidelberger Theatertagen ein derart langes und gleichsam kontroverses Publikumsgespräch gegeben. Ein Stück das polarisiert hat und von der Jury mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn ein Mensch nicht wählen kann, hört er auf, Mensch zu sein.
Charlotte Spenger spürte mit dem Ensemble des Theaters der Keller aus Köln der männlichen Gewalt nach. Anthony Burges „CLOCKWORK ORANGE“ stand auf dem Spielplan im Theater im Romanischen Keller. Ich hatte die große Freude dieses Gastspiel_DSC3567 technisch zu betreuen. Bühne, Licht und Kostüm entwarfen einen Bildsprache, die einen tief in das Geschehen zog. Die fünf Schauspieler glänzten in diesem anderthalb-stündigen Feuerwerk immer zu 100 Prozent mit atemberaubender Präsenz und Genauigkeit im Spiel des Rollenwechsels, durch Sprache und Körperlichkeit. Eine intensive Arbeit, die die Vorlage von Burgess klug umsetzt und durch Reduktion die wesentlichen Inhalte voranbringt und Fragen stellt: Was ist menschlich? Konditionierte Tugend vs. freie Wahl auch zum Boshaften?  Die Jury zeichnete die Produktion mit dem 1. Preis aus. Verdient. Glückwunsch!

Dass die DAKAR PRODUKTION aus Zürich mit einem neuen Stück beim Festival gastieren würde, erfreute mich schon im Vorfeld überaus. Mit „Hin ist Hin“ hatte das Ensemble 2016 den 1. Jurypreis gewonnen. Auf ihr einzigartiges Spiel zwischen Puppe und Schauspieler war ich gespannt. Und mit „MATTO REGIERT“ frei nach Friedrich Glauser _DSC3700überzeugten sie mich mehr als. Im Spiel mit den Puppen, Live auf der Bühne erzeugter Geräuschkulisse, dem Tanz von Licht und Schatten und einem detailversessenen Bühnenbild schuf das Ensemble eine Stimmung, die den Zuschauer tief in die Wirrungen der Anstalt von Chefarzt Dr. Lugener zog. Von Anfang bis Ende war ich gespannt auf jede kleine Bewegung, auf jedes Bild, jede neue Nutzung des Bühnenbildes. Schön, dass ihr wieder in Heidelberg wart.

Politisch wurde es mit der Eigenproduktion „ROSA – Trotz alledem“ von Panse/Kasnter Productions aus Berlin. 100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges zeigt diese Inszenierung, wie brandaktuell die von Rosa Luxemburg bekämpften Zustände ihrer Zeit noch immer_DSC3816 sind. Dabei nutzte das Ensemble vorwiegend Original-Zitate aus Briefen ihrer Protagonistin. Susanne Jansen überzeugte mit ihrer Darstellung und besonders ihre vielfachen gesanglichen Beiträge (Musik: Annegret Enderle) sorgten für Gänsehaut. Einige Umsetzungen der Stückentwicklungen waren durchaus kontrovers und brachten Gesprächsstoff für das anschließenden Gespräch mit dem Ensemble. Genau das soll Theater schaffen!

Leere Bühne, ein Spot, eine Frau in blauem Kleid mit goldener Flosse: „Iam the director of this performance“. Eine Frau mit roter Perücke: „Iam the director of this performance“. Eine Frau im Cowboy-Dress: „Iam the director of this performance“.
Question: „Wann hast du das letzte Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt?“
_DSC3849Hier werden Fragen gestellt, an sich selbst, an die Politik, an die Gesellschaft, an die eigenen Heimaten, an die Ängste die einen mitbestimmen, vor allem die vor dem Versagen vor einer neuen Aufgabe, an die eigene Gefühlswelt.
Question: „Is that an interesting question? Do we interact? Do we open? Do we move? Her og nå.“
Eine autobiographische Stückentwicklung der nomerMaids aus Berlin, ausgehend von der ungarischen Regisseurin Panni Néder, gemeinsam mit Adrien Bazsó und Charlotte Mednansky. Die Zuschauer sind gebannt von dieser Performance. Die drei Performerinnen sind ganz nah am Publikum, mehr und mehr wird es ein Dialog zwischen beiden Seiten, auf der Bühne werden Einblicke in die realen Ängste und Sorgen, in die Biographie gegeben, und vor der Bühne werden wir ein Teil des Ganzen. Bis die Wand völlig bricht und Zuschauer bis auf die Bühne kommen, um die Künstlerinnen zu umarmen. Beeindruckend und bewegend. Die Jury der Studierenden zeichnete die nomerMaids mit ihrem Preis aus und auch die Fachjury honorierte die Arbeit mit einem 2. Jurypreis. Verdient!

Zum Abschluss des Wettbewerbsprogramms sahen wir die Produktion „Name: Sophie Scholl“ (Rike Reininger) von tim – Theater ist mehr aus München. Ein Solo, gespielt von Marget Flach, das die Geschichte von Sophie Scholl, ihren unfassbaren Mut, behandelt und ins hier und jetzt, zu jedem einzelnen im Publikum transportiert. Im Zentrum steht eine Jurastudentin, Namensgleich mit der Heldin der weißen Rose, zufällig jedoch. Die_DSC3886 Sophie aus der Jetztzeit steht von einer Entscheidung: Courage zeigen und im Prozess gegen ihre Professor aussagen, oder wegschauen und an die eigene Zukunft denken? Sie quälen Gewissenskonflikte. Sophie hat Angst vor der eigenen Courage und muss sich eingestehen, nicht den Mut ihrer Namenvetterin zu haben. Die Rückblenden in die Lebenssituation der Widerstandskämpferin Sophie sind dabei Kern der Inszenierung, der Bogen zur Namensvetterin, der Jurastudentin Sophie unserer Zeit, dient dem Zugang zur Reflexion über unsere eigene Courage und der Angst davor. Ein Konzept das bei unserem Festivalpublikum aufging. Die Produktion wurden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Glückwunsch!

Im Rahmenprogramm des Festivals stand neben unserer legendären Langen Nacht der Rampensau auch ein Gastspiel der Preisträger des Iranischen Theaterfestivals Heidelberg 2018. Die Gruppe Vohuman aus Hamburg um Babak Radmehr gastierte erneut im Theater im Romanischen Keller. Das somit die beiden Festivals in Kooperation treten ist ein schönes Signal.

Ein Fest des freien deutschsprachigen Theaters in Heidelberg, das wir gemeinsam mit den Ensembles, unserem Publikum und den vielen Mitarbeitern und Helfern feiern konnten, liegt damit hinter uns. Für die vielen Begegenung mit euch Künstlerinnen und Künstlern und den vielen theaterbegeisterten Menschen, die Teil des Festivals wurden, bin ich unglaublich dankbar. Highlights in diesem Jahr waren für mich die intensiven Publikumsgespräche. Bei den Theatertagen kann ein jeder ganz nah an den Ensembles sein, fragen, sich austauschen, diskutieren, und Theater eben in seinen vielfältigsten Formen entdecken. Das macht das Festival ganz besonders und einmalig in der Region.

Allen ehrenamtlichen Helfern aus dem Freien Theaterverein, den Vorständen und den Mitarbeitern des Karlstorbahnhofs und des Theaters im Romanischen Kellers möchte ich herzlich Danken.

Jetzt schauen wir voraus.
Denn nach den Theatertagen ist vor den Theatertagen….

K.S.

Photos: Dunkle Linse
Photo Enter2Esc: Captain Kitchen Inc.

Eine Woche voller ScienceSlams

Gleich zweimal durfte ich in dieser Woche das fantastische Format „ScienceSlam“ moderieren – Das hieß zehn hochtinteressante und unterhaltsame Vorträge ankündigen, durch spannende Gesprächsrunden führen und wilde Laolawellen durch die vollbesetzten Säle werfen.

Am Dienstag empfing mich das stets gut aufgelegte Heidelberger Publikum in meinem lieben Karlstorbahnhof. Vielen Dank für eure Neugierde und die tosende Stimmung!
Glückwunsch an die SlammerInnen: Carrie, Maxi, Veli, Dennis und Jan-Marcus zu den gelungenen Slams. Eine große Freude!

Am Sonntag führte mich die Mission „Wissenschaft findet Stadt“ dann nach Mannheim.
Eine ausverkaufte Alte Feuerwache, besetzt mit über 500 Personen, erwartete mich – Das größte Publikum, das ich jemals vor mir hatte. Ja, ich war sehr aufgeregt.
Aber Mannheim ist halt großartig! Welche Energie da im Saal war. Es haut mich noch immer um! Vielen Dank!

Mein Dank gilt auch hier den großartigen SlammerInnen des Abends mit ihren abwechslungsreichen und lehrreich wie witzigen Vorträgen: Geethanjali, Sebastian, Jens, Hanjo und Christian.

Ein dickes Dankeschön geht an Sabina und Gabi, die beiden Organisatorinnen des ScienceSlams von LUUPS raus. Ich freue mich schon auf unser Wiedersehen im nächesten Jahr.

Nächster Slam am 6. Februar im Karlstorbahnhof. Der VVK läuft!

K.S.

 

 

 

„Aus dem Nichts…“ bei den Theatertagen

Es ist tatsächlich wahr! Dem Ensemble CL-20 wird die große Ehre zu Teil, im Rahmenprogramm der Heidelberger Theatertage 2018 noch einmal die Produktion „Aus dem Nichts entsteht am Ende immer Etwas“ (Julian van Daal) zu zeigen.

Am 25. Oktober seht ihr uns um 20 Uhr im TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof. Tickets gibt es ab sofort unter Karlstorbahnhof.de, bei Reservix und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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Photos: Christian Schüll / Dunkle Linse

Seit 2012 darf ich die Theatertage begleiten, das wir gemeinsam mit den Allümeurs (Heyden spielt Haydn / 23.10. / TiKK) nun noch im Gründungsjahr unseres Ensembles, als Produktionen des Freien Theatervereins, diesen bei seinem Festival repräsentieren dürfen, macht mich unglaublich stolz.
Für das Ensemble CL-20 ist es außerdem eine tolle Möglichkeit, das Stück nach insgesamt drei Aufführungen im Juli und der vorausgegangenen, intensiven Arbeit seit Februar, nochmal an den Start zu bringen.

Die diesjährigen Theatertage bieten mit einem großartig facettenreichen Programm auf.
Hier geht’s zum Programmheft.

 

Ich freue mich darauf, euch beim Festival zu sehen.
K.S.

Festivalprogramm: THEATERTAGE 2018

Das Programm der Heidelberger Theatertage 2018 – 21. Heidelberger Theaterpreis steht!
Vom 24. Oktober bis zum 4. November wird wieder um die Jurypreise und den Publikumspreis Puck gewetteifert. Außerdem gibt es ein spannendes Rahmenprogramm, mit einer Spezialausgabe der Offenen-Bühne-Kultreihe, einem Gastspiel der Siegerproduktion des Iranischen Theaterfestivals Heidelberg 2018, und zwei Beiträgen aus dem Freien Theaterverein Heidelberg (Die Allümeurs und mein liebes Ensemble CL-20)

Es erwartet uns ein buntes Stelldichein der freien deutschsprachigen Theaterszene.
Der Vorverkauf beginnt ab sofort an allen bekannten VVK-Stellen, bei Reservix und unter Karlstorbanhof.de

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Das Festival-Programm:

+ Mi. 24.10. / 20 Uhr: Korff / Ludewig: Gehen baden – Theatertage Eröffnung (Karlstorbahnhof/Saal)

+ Do. 24.10. / 20 Uhr: Ensemble CL-20: Aus dem Nichts entsteht am Ende immer Etwas – RAHMENPROGRAMM (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Fr. 26.10. / 20 Uhr: Red Dog Theater, Berlin: Esel sucht Schwein – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Sa. 27.10. / 19 Uhr: Captain Kitchen INC, Dresden: ENTER2ESC – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Sa. 27.10. / 21 Uhr: Waggonhalle Marburg: Blackbird – WETTBEWERB (Theater im Romanischen Keller)

+ So. 28.10. / 19 Uhr: Theater der Keller, Köln: Clockwork Orange – WETTBEWERB (Theater im Romanischen Keller)

+ Mi. 31.10. / 19 Uhr: Dakar Produktion, Zürich: Matto regiert – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Do. 1.11. / 19 Uhr: Panse/Kastner Productions, Cottbus: ROSA – Trotz alledem – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Fr. 2.11. / 19 Uhr: nomerMaids, Berlin: Wann ast du zum letzten Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Sa. 3.11. / 19 Uhr: tim Theater ist mehr, München: Name: Sophie Scholl – WETTBEWERB (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ So. 4.11. / 19 Uhr: Vohuman, Hamburg: Der Mann im Futteral – RAHMENPROGRAMM (Theater im Romanischen Keller)

+ So. 4.11. / 21 Uhr: Preisverleihung (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

Vorspiele (Vorprogramm)

+ Fr. 5. – So. 7.10. / 20 Uhr: Rosemie Warth: „Sonst nix“ – Theatertage 2018 Vorspiele (TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof)

+ Di. 23.10. / 20 Uhr: Die allümeurs, Heidelberg: Heyden spielt Haydn (Mitgliedsproduktion des Freien Theatervereins)

Weitere Infos zum Programm und Tickets unter
www.karlstorbahnhof.de

Info: https://www.theaterverein-hd.de/

Ensemble CL-20

Boom! CL-20 💣  Logo_CL-20_Ensemble

Noch drei Wochen bis zur Premiere!
Gemeinsam mit dem Anfang des Jahres gegründeten Ensemble CL-20 geht’s mit einer neuen Produktion an den Start. Heidelberg und Mannheim macht euch bereit!

Aus dem Nichts entsteht am Ende immer Etwas

von Julian van Daal

Wir schreiben den 18. Juli 2018, es ist Tag Eins.

Menschheitsgeschichte, zweiter Versuch. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Die Apokalypse hat den Planeten leergeräumt, und einzig drei Menschen haben überlebt: Eva, Andi und Oskar.

Oskar, der fest davon überzeugt ist, für diesen Neuanfang verantwortlich zu sein, will nun damit beginnen, die Menschheit wieder aufzubauen.
Er plant nicht weniger als ein neues unschuldiges Menschengeschlecht zu begründen.

Einziges Problem: Eva, die letzte Frau, zeigt nur wenig Begeisterung gegenüber des Plans und ihrer damit verbundenen Aufgabe. Auch Andi, im früheren Leben mit Eva liiert, und damit schon hinreichend beschäftigt, kann und will Oskars Vision nicht so recht folgen.

Die Aufbruchsbewegung gerät ins Wanken. Im Wechselspiel zwischen Witz, Ernst und Absurdität müssen Köpfe rollen.

Und wie steht Gott eigentlich zur Schöpfung 2.0?

Und was weiß Lisa, die sich ständig einmischt und irgendwie alles schon mal gesehen hat?

„Aus dem Nichts entsteht am Ende immer Etwas“ lässt keinen Stein auf dem anderen und baut daraus eine Welt, die uns dennoch beunruhigend bekannt erscheint – eine blutige, bitterböse, aberwitzige Farce über das Ende der Geschichte und das, was danach kommt…

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Altersempfehlung: 16+

Spieltermine:

Mi. 18. Juli 2018, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) // TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof, HD
Do. 19. Juli 2018, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) // TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof, HD

Sa. 21. Juli 2018, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) // Das Leben ist ein Dschungel, Mannheim (S6,3)

Eintritt:  12€ / 8€ (ermäßigt)

Reservierung:
Für die Aufführungen im Karlstorbahnhof: www.karlstorbahnhof.de
Für die Aufführungen im Dschungel: cl-20@web.de

Das Ensemble CL-20 bei Facebook

Moderationen im Juni

Endlich wieder ein ScienceSlam in Heidelberg, und was für einer! Ausverkaufte Hütte und großartiges LineUp, mit Gästen von der ESA, aus dem Fachbereich Kirchengeschichte, Sportpsychologie, Chemie und Physik. Völlig zurecht wurde das Applausometer bis zum Anschlag ausgereizt.
Vielen Dank an alle, die mit dabei waren, Sabina & Gabi von LUUPS, und den Slammern/innen, Vanessa, Michaela, Arne, Lukas & Aniruddha.

Ich freue mich schon auf den 15. Heidelberger SchienceSlam am 9. Oktober 2018.

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Photo: Christian Schüll

Ein wunderbares, unvorhergesehenes Wiedersehen mit einer alten Gutbekannten gab es am Dienstag, dem 12. Juni. Ganz spontan durfte ich nocheinmal bei der Offene Bühne Heidelberg durch den Abend führen, nachdem der Moderator kurzfristig verhindert war. So stand ich nach über einem Jahr wieder für dieses fantastische Format auf den Brettern, das ich von 2013 bis 2017 betreut hatte.
Danke an Philipp, der die o.B. organisiert und alle Teilnehmer/innen, die mit ihren Darbietungen unser Publikum beeindruckten.
Weiter so, meine liebe Offene Bühne!

K.S.

Workshops und Fragen…

Mit der Präsentation einer kleinen Stückentwicklung ging gestern mein viertägiger Theaterworkshop für das Kinder- und Jugendzentrum HOLZWURM Boxberg zuende. Und damit auch meine fünfmonatige Beschäftigung an der angeschlossenen Gemeinschaftschule (Waldparkschule), während der ich verschiedene Theaterkurse für die Unterstufe geben durfte. Schwerpunkte waren dabei das kreative Schreiben, das Schauspiel mit dem Körper und Trainings zu den Themen Ausdruck, Fokus, Präsenz und Stimme (Kurse: Kleines Schauspieltraining – Raum, Körper, Stimme & Ausdruck, Auf die Bühne mit eigenen Texten – Schreib- und Inszenierungswerkstatt, Lass den Körper Theater spielen! – Inszenierungsbausteine über Bewegung und Körperausdruck).

Hinter mir liegt eine spannende und erfahrungsreiche Zeit, in der mich besonders die Frage nach Möglichkeiten des Einbaus von pädagogischen Angeboten im Bereich ästhetischer Bildung in das System Schule umkreisten:
Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden (Raum, Personal, Zeit, Sensibilisierung der Schüler/innen)? Wie können Angebote aus den Feldern Theater, Tanz, Medienkunst, Musik, Bildende Kunst etc. in das enge Korsett der Schulfächer gepackt werden und geht das überhaupt?
Wie finanziert man professionelle pädagogische Angebote und wer ist befähigt ein solches anzubieten? – Nicht zuletzt umtreibt mich diese Frage auch durch eigene Erfahrungen und Erfahrungsberichte (diese Erfahrung bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Waldparkschule). Wenn Verantwortliche, wie Schulleitungen oder Fachbereichsleiter Personal in ehrenamtlicher Beschäftigung mit Aufwandsentschädigung an ihre Wirkstätten bringen möchten, zeugt das entweder von wenig Konzept und Fachkenntnis oder mangelndem Respekt vor der Arbeit der Theater-/Medien-/Tanzpädagogen. Nun kann eine Tätigkeit unter solchen Bedingungen immer auch eine Bereicherung für alle sein, ganz klar, sie muss aber unbedingt ein Auslaufmodell werden!

Weitergedacht, besonders auch mit Blick auf das in BW in der Oberstufe wählbare Fach „Theater und Literatur“, möchte ich dazu abschließend eine Kernfrage von Herrn Prof. Johann Beichel (KIT und Hochschule für Musik: Allgemeinen Pädagogik mit den Forschungsschwerpunkten Pädagogische Personologie, Bildungsphilosophie und Ästhetik) anführen:

Wie kann es sein, dass wir in den kunstnahen Fächern wie Theater, Tanz und Medienpädagogik Lehrkräfte ohne eine entsprechende Fachausbildung/-studium anstellen? Für alle anderen Fächer des Kanons wäre das doch undenkbar.

Aber Unterrichten als Lehrer an einer Schule bleibt für mich zunächst noch Zukunftsmusik. Ersteinmal geht es mit dem Studium und andere Fortbildungen weiter.

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Bild: http://holzwurm-boxberg.de/blog/2018/04/08/holzwurms-osterprogramm-so-bunt-wie-die-ostereier/dscn0629/

Der Osterworkshop im HOLZWURM wird mir in besonders guter Erinnerung bleiben und bestärkt mich in meiner Arbeit. Ich möchte mich beim Jugendzentrum bedanken und natürlich bei den Kursteilnehmern, die mit ihrem Interesse, ihrer Experimentierfreude, Neugierde und dem Spaß an Bewegung für eine intensive, spannende und freudbringende Theaterzeit während des Workshops gesorgt haben.
Außerdem gilt mein Dank auch der Theater- und Spielberatung BW für die Unterstützung durch den regen Austausch und den Verleih von Fachliteratur und Ausstattung.

Wo’s weiter hingeht bleibt spannend…..

K.S.

 

 

Ausschreibung der Heidelberger Theatertage 2018

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Auch im diesjährigen Herbst soll die deutschsprachige Freie Theaterlandschaft wieder Einzug in  Heidelberg erhalten:
Vom 25. Oktober bis zum 4. November hebt sich zum einundzwanzigsten Mal der Vorhang für das jährliche Festival HEIDELBERGER THEATERTAGE.
Wir freuen uns auf Ensembles aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die den Wettbewerb um den HEIDELBERGER THEATERPREIS und unseren Wanderpokal „Heidelberger Puck“ antreten.

Bewerben können sich ab sofort und noch bis zum 16. April alle Freien Sprechtheater-Produktionen für Erwachsene.

Unseren Ausschreibungsleporello findet sich online HIER

Die Bewerbungsunterlagen stehen bei Yumpu und unter Theaterverein-Heidelberg.de zum Download bereit.

Wir sind auf die Bewerbungen gespannt und freuen uns auf das diesjährige Festival!

13. Heidelberger ScienceSlam

Am Mittwoch durfte ich die ScienceSlam Saison in Heidelberg eröffnen. Wiedereinmal ausverkaufte Hütte im Karlstorbahnhof zur insgesamt 13. Veranstaltung dieses Formats in Heidelberg. Zwei weitere Slams sind für dieses Jahr geplant.

Das Publikum durfte sich über ein wirklich perfektes Lineup freuen:
Anastasia (Computergestützte Materialforschung), Carolin (Psychologie), Gerrit (Medien- & Literaturwissenschaft) und Uladzimir (Pharmazeutische Chemie), abgerundet durch den sogenannten featured Scientist, Prof. Christlieb (Astronomie).

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Alle Slammer überzeugten und entsprechend schlug das Applausometer kräftig aus. Großartig waren auch die vielen Fragen, die das Publikum in den stets anschließenden Interviews mit den Slammer stellte.

Ein wunderbarer Abend! Vielen Dank auch an die Orga, Gabriel & Daniel, und das Kulturhaus Karlstorbahnhof.

Am 7. Juni geht’s mit dem 14. Heidelberger ScienceSlam weiter!
Der Vorverkauf läuft HIER

K.S.

Theater & Tee – Das 12. Iranische Theaterfestival Heidelberg

Mit der Verleihung des Publikumspreises endet das 12. Iranische Theaterfestival Heidelberg

Mit der bewegenden Soloperformance, „Ich bin sie“, von Soheila Ghodstinat (Text/Regie: Ana Bayat) über die biografische Geschichte eine Flucht aus dem Iran, sahen wir am Sonntagabend das letzte Stück im Wettbewerb um den begehrten Publikumspreis.

Auf der anschließenden Preisverleihung musste Festivalleiter Gholam Allboje verkünden, dass es erstmalig zwei Siegerensembles gibt. Die Produktionen „An diesem Ort und in dieser Zeit“ (Text: Mahshid Amirshane / Regie: Niloofer Beyzaie) und „Der Mann im Futteral“ (nach A. Tschechow / Text: Wendy Wusterstein / Regie: Babak Radmehr) dürfen sich über die Auszeichnung freuen.

Auch für mich persönlich war Babak Radmehrs bildstarke Inszenierung um die junge Varinka (Parichehr Bijani) und den Dorflehrer Bylinkov (Babak Radmehr) , die einander gefunden haben und sich doch keinen Weg zu einem funktionierenden Zusammenleben aufzeigen können, der Sieger. Die Kombination aus Tanz, Sprechtheater, Videoinstallation und hervorragender atmosphärischer Livemusik zog den Zuschauer in den Bann. Gemeinsam mit den Kollegen des Theaters im Romanischen Keller betreute ich die Produktion licht- und tontechnisch. Die Zusammenarbeit mit dem Ensemble aus Hamburg bescherte uns einen intensiven Theatertag, der große Freude bereitete. Glückwünsche nach HH!

Ein weiteres Highlight des diesjährigen Festivals war das Konzert des Singer/Songwriters Faarjam und seiner Amsterdamer Band im Saal des Karlstorbahnhofs. Nach einer halben Stunde hielt es keinen der Zuschauer mehr auf den Sitzplätzen und das hauptsächlich iranische Publikum sang lautstark mit und machte den Auftritt des jungen Künstlers und seiner hevorragenden Kollegen zu einem Erlebnis mit Nachhall.

Zum Reinhören: Faarjam – Amsterdam

Wie immer ging es aber im Besonderen auch um das ganze „Drumherum“ beim Festival, das Beisammensein im Gespräch bei heißem Schwarztee. Beeindruckend ist der feste Zusammenhalt der exiliranischen Festivalbesucher, die oftmals schon seit dem ersten ITF im Jahr 2006 mit dabei sind. Gänsehaut brachten auch die gemeinsamen Gesänge, die angestimmt wurden. Hautnah dabei zusein, wenn sich die Freude über die gemeinsame Zeit und Trauer über die verlassene Heimat und die vielen dramatischen Schicksale verbinden, wird zu einem nachwirkenden Eindruck.

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Wie wichtige wäre es doch, die Möglichkeit des Gewinns solcher Eindrücke für ein breiteres Publikum zu öffnen. Leider füllten sich die Ränge der Theater manchmal eher spärlich und häufig fanden sich nur eine handvoll Besucher ohne iranischen Migrationshintergrund bei den Veranstaltungen des Festivals wieder.

Für das 13. Iranische Theaterfestival muss sich noch ehrgeiziger auf das Ansprechen dieser Zielgruppe konzentriert werden, mit besseren Stückbeschreibungen, Diskussionsangeboten und möglicher Übertitelung bei persischsprachigen Produktionen, wenn dies nötig ist.
Sonst bleibt dieser wichtige Beitrag zum Kulturaustausch, mit seinem großem Potential, Respekt und Verständnis füreiander zu vertiefen, unausgeschöpft.

Mit diesem Wunsch für das Festival im nächsten Jahr und Dankbarkeit für alle Begegnungen in diesem Jahr, blicke ich auf die vergangenen fünf Tage.

Merci   –   متشکرم 

K.S.

Bericht über das ITF von Omid Rezaee auf Amalberlin